Den meisten von uns erscheint das ziemlich logisch, waren doch die älteren Jahrgänge schon immer die prädestinierten Konsumenten kitschiger Heimatschnulzen und schwulstiger Schlagerschmachter.
Unlogisch wird das ganze erst, wenn man sich überlegt, dass die heute 50jährigen eigentlich in der Zeit aufwuchsen, in der in Deutschland Elvis und die Beatles ihre großen Auftritte und Fananstürme hatten. Eine Zeit, in der Hendrix und Co auch hier die Hippies aus dem Boden sprießen ließen.
Was ist mit den Vorreitern des Rocks und des Rock'n Rolls in Deutschland geworden, deren Musikgeschmack von den Eltern in böse altdeutscher Manier noch "Negermusik" genannt wurde? Wo sind sie hin, die Fans der Beatles, des Kings, des großen Gitarrenjongleurs?
Bei längerem Nachdenken kommt man irgendwann zwangsläufig zu dem Entschluss, dass ab einem gewissen Alter eine Art Rückwärts-Evolution stattfindet, die quicklebendige Rocker zu grenzdebilen Volksmusikgreisen mutieren lässt und die fidele Rock'n Roller in Relikte einer Zeit verwandelt, als der Westerwald noch schöhöhön und nicht sauer war und statt Busse noch gelbe Wagen fuhren, auf denen der Schwager lustig ins Horn schmetterte.
Vielleicht darf ich das alles auch gar nicht so streng wissenschaftlich sehen, mit der Rückwärts-Evolution. Vielleicht ist es auch einfach nur eine große Verschwörung, eingefädelt von unserer Regierung. Vielleicht bekommen wir alle ab einem bestimmten Alter Medikamente verabreicht, die nur noch das abgestumpfte Hören von Heimatschnulzen erlaubt, die ansonsten gegen die Genfer Konvention verstoßen.
Der Grund dafür? Die Öffentlich-Rechtlichen, deren Programmchefs es nie gelernt haben, modernes Programm zu machen. Ohne das demenzverdächtige Einschalten der öffentlich rechtlichen Sender wären schließlich sowohl ihre Jobs als auch die politisch gesteuerten Fördergelder überflüssig. Und was hätten die Senderchefs dann noch?
Ich selbst nähere mich ja mit immer größer werdenden Schritten den Mittvierzigern und muss jetzt wirklich langsam aufpassen. Nicht, dass ich noch eines Tages aufwache, und drogendurchtränkte Stützstrümpfe trage, die mich im Plattenladen dazu bringen, zielstrebig das Volksmusikregal anzusteuern.
Momentan verhält es sich glücklicherweise immer noch so, dass mir ein eiskaltes Gruseln über den Rücken fährt, wenn ich einen Florian Silbereisen sehe, der die Original Oberkrainer in Rollstühlen in seine Sendung bugsiert oder Marianne und Michael die Stützkorsetts gerade rückt.
Ich fühle mich immer noch bei Manowar, Meat Loaf, Lordi und Blind Guardian wohl.
Obwohl... ich höre auch sehr viel In Extremo. Ob diese Neigung zu deutschsprachigen Texten schon ein erstes Anzeichen für die kommende Heimat- und Volkslieddemenz ist?
Jetzt gruselt es mich....
Und wie ich gerade sehe, werden sich im RA-Blog schon, passend zum Thema, Gedanken um den kommenden Beileidskanal "Etos TV" gemacht, auf dem man zukünftig das Ableben












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