Liebes Tagebuch,
heute habe ich endlich gelernt warum mein Bildschirm immer dunkel blieb, mein Papa hat gesagt man muss nämlich das Ding vorher einschalten. Jetzt sehe ich ganz viele bunte Farben und dabei hab ich immer noch nicht auf den Knopf gedrückt, das liegt aber daran das mein grosser Bruder mir etwas auf den Kopf gehauen hat.
Als die Farbenspiele in meinem Kopf nachliessen hab ich dann versucht zu sörfen, war gar nicht so einfach mit der dummen Maus in der Hand. Nach zwei Stunden auf dem Sörfbrett war ich aber dann immer noch nicht im Internet. Hab dann halt wieder Papa gefragt, wie das geht. Der hat dann gesagt ich wäre noch zu jung dafür und es wäre eh ganz blöd im Internet. Mama hat mir dann gesagt, das Papa gar nicht weiss, wie das geht mit dem Internet und hat mir das erklärt.
Hurra, jetzt bin ich im Internet! Leider nur kurz...irgendwas ist wohl schiefgegangen?! Die Polizisten erklären mir später auf der Wache geduldig den Unterschied zwischen Inter-und Intranet. Und das man in letzterem nix zu suchen hat!
Papa zahlt mit tränenden Augen eine Geldstrafe und die deutsche Bundesbank sieht von einer Anklage ab.
Zuhause will Papa dieses tolle Gerät mit dem man so schöne Zahlen malen kann aus dem Fenster werfen. Mama lässt ihn schnell abholen, zur Kur sagt sie. Als Papa dann weg ist, warum nur haben sie ihm diese komische Jacke angezogen, will die Mama ganz genau wissen, wie ich das gemacht habe bevor die grünen Beamten gekommen sind.
Wir wohnen jetzt auf den Bahamas ist voll gut, von Papa haben wir nichts mehr gehört.
Melanie ( 6 Jahre)
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Ein Kind entdeckt das Internet
Bedrohung aus dem Internet im Jahr 1997
in Vermischtes
um
12:17
Ja, in den 1990ern war das Leben im Internet schon nicht einfach. Auch damals sprach man schon von den ersten Internetsüchtigen. Nur die Symptome sahen anders aus.
Du bist ein Webaholic wenn...
...du deinem Modem vor dem Zubettgehen einen Gutenachtkuss gibst
...die wichtigste Frage die dich beschäftigt nicht dein Herzklappenfehler, sondern dieses bescheuerte Java-Script, ist.
...du aufgrund der günstigen Nachttarife der Telekom bei plötzlichem Tageslicht zu Staub zerfällst.
...deine Lebensmittelkosten gegen Null tendieren, weil du sonst die Telefonrechnung nicht bezahlen kannst.
...du bei der Auswahl der neuen Tapete darauf achtest, ob sie zu deiner Homepage passt.
...du während des Gesprächs mit richtigen Menschen, ständig versuchst Smileys darzustellen.
...in der Chefetage der Telekom immer die Champagnerkorken knallen, sobald du Online gehst.
...einer deiner Freunde bei dem Versuch dich telefonisch zu erreichen, tatsächlich ein Freizeichen erhält und sofort die Feuerwehr informiert, weil er das Schlimmste befürchtet.
...du seit Monaten unverdrossen versuchst über das Inter-Net in New York eine Pizza zu bestellen.
...du immer wieder riesengroße aber total coole Videos downloadest, während sie schon längst im Fernsehen laufen.
Wie einfach das Internetdasein doch heute ist...
Du bist ein Webaholic wenn...
...du deinem Modem vor dem Zubettgehen einen Gutenachtkuss gibst
...die wichtigste Frage die dich beschäftigt nicht dein Herzklappenfehler, sondern dieses bescheuerte Java-Script, ist.
...du aufgrund der günstigen Nachttarife der Telekom bei plötzlichem Tageslicht zu Staub zerfällst.
...deine Lebensmittelkosten gegen Null tendieren, weil du sonst die Telefonrechnung nicht bezahlen kannst.
...du bei der Auswahl der neuen Tapete darauf achtest, ob sie zu deiner Homepage passt.
...du während des Gesprächs mit richtigen Menschen, ständig versuchst Smileys darzustellen.
...in der Chefetage der Telekom immer die Champagnerkorken knallen, sobald du Online gehst.
...einer deiner Freunde bei dem Versuch dich telefonisch zu erreichen, tatsächlich ein Freizeichen erhält und sofort die Feuerwehr informiert, weil er das Schlimmste befürchtet.
...du seit Monaten unverdrossen versuchst über das Inter-Net in New York eine Pizza zu bestellen.
...du immer wieder riesengroße aber total coole Videos downloadest, während sie schon längst im Fernsehen laufen.
Wie einfach das Internetdasein doch heute ist...
Montag, 24. Oktober 2011
CDU/CSU – Politische Dinosaurier, nur dümmer als die echten.
in Politisches
um
14:43
Ungefähr 170 Millionen Jahre lebten die Dinosaurier auf der Erde. Sie bestimmten maßgeblich die Entwicklung ihrer Umwelt mit und beeinflussten erheblich die Lebensbedingungen von Flora und Fauna der Urzeit.
Die CDU/CSU ist der Dinosaurier unserer Politik seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Auch sie bestimmt seitdem maßgeblich unsere Entwicklung mit und beeinflusst die Lebensbedingungen der Menschen in Deutschland erheblich.
Die Dinosaurier passten sich über Jahrmillionen den ständig wechselnden Klima- und Umweltbedingungen an. Sie starben schließlich - so sagt es der aktuelle Stand der Wissenschaft - durch den Einschlag eines Meteoriten, dem Ausbruch diverser Vulkane und dem Absinken des Meeresspiegels aus.
Die Dinosaurier konnten sich den schlagartig wechselnden Umweltbedingungen nicht mehr anpassen und starben fast vollständig aus, während Kleintiere, die vorher in der Nahrungskette der Dinosaurier ganz unten standen, sich anpassten und zu einem erheblichen Teil überlebten.
"CDU/CSU – Politische Dinosaurier, nur dümmer..." vollständig lesen »
Die CDU/CSU ist der Dinosaurier unserer Politik seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Auch sie bestimmt seitdem maßgeblich unsere Entwicklung mit und beeinflusst die Lebensbedingungen der Menschen in Deutschland erheblich.
Die Dinosaurier passten sich über Jahrmillionen den ständig wechselnden Klima- und Umweltbedingungen an. Sie starben schließlich - so sagt es der aktuelle Stand der Wissenschaft - durch den Einschlag eines Meteoriten, dem Ausbruch diverser Vulkane und dem Absinken des Meeresspiegels aus.
Die Dinosaurier konnten sich den schlagartig wechselnden Umweltbedingungen nicht mehr anpassen und starben fast vollständig aus, während Kleintiere, die vorher in der Nahrungskette der Dinosaurier ganz unten standen, sich anpassten und zu einem erheblichen Teil überlebten.
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Donnerstag, 13. Oktober 2011
Mein gestriger Tweet des Tages
Ich folge bei Twitter auch einigen Politikern. Und ja, es sind auch Politiker dabei, mit deren Parteien ich absolut nicht konform gehe und die immer wieder Opfer meiner verbalterroristischen Ergüsse werden.
Einer dieser Politiker denen ich folge ist Peter Altmaier von der CDU. Wer mich kennt, der kennt auch meine Einstellung zu CDU und CSU und weiß, dass ich mit Sicherheit nicht zu deren glühendsten Anhängern gehöre.
Peter Altmaier folge ich trotzdem und muss sagen, ich folge ihm sogar gern. Das liegt daran, dass er als einer der wenigen Politiker gesetzteren Alters das Medium Internet nicht nur als einseitige Werbeplattform nutzt, sondern beispielsweise auf Twitter auch die Möglichkeit gibt, direkt mit ihm zu kommunizieren.
Wo andere Politiker stolz darauf sind, von einem Assistenten den langweiligen Terminplan twittern zu lassen, beantwortet er Fragen, diskutiert und scherzt auch schonmal mit herum. Klar, es passiert immer wieder mal, dass er in politischen Slang verfällt, aber ich vermute mal, das ist einfach berufsbedingt. Im großen und ganzen zeigt er sich allerdings wesentlich kommunikativer und diskussionsfreudiger als viele seiner jüngeren Kollegen, die von sich behaupten, netzaffin zu sein.
Gestern wies ich Peter Altmeier einmal auf meine 8 Fragen hin, die ich gerne den Innenministern stellen würde. Ähnliche Tweets ließ ich in der Vergangenheit auch schon dem ein oder anderen Politiker zukommen, jedoch immer, ohne eine Antwort zu bekommen.
Dementsprechend überrascht war ich, als ich dann folgende Antwort bekam:
Gut, ich weiß nicht, ob er wirklich fragt und kann das auch nicht überprüfen. Andererseits will ich ihm jetzt auch nicht unterstellen, dass er es von Haus aus gar nicht erst versuchen wird. Letztlich lasse ich mich überraschen, ob ich zumindest auf einen Teil der Fragen Antworten bekomme.
Was für mich der Anlass ist, das als persönlichen Tweet des Tages zu sehen ist die Tatsache, dass er die Fragen zumindest gelesen hat und damit einen Teileinblick gewinnen konnte, dass auch der normale Bürger etwas weiter denken kann, als nur auf BILD-Niveau.
Wenn sich mehr Politiker auf diese direkte Art der Kommunikation einlassen würden und ihre Informationen nicht nur aus der Presse beziehen und wiedergeben würden, wäre das schon ein großer Fortschritt in Sachen bürgernäherer Politik.
Ein absolut abschreckendes Beispiel für politische Kommunikation über Twitter ist übrigens das MdB Patrick Kurth von der FDP. Der verlor in den letzten Wochen wegen prolligstem Piratenbashing und der Angewohnheit auf alle, die nicht seiner Meinung sind verbal einzuschlagen oder sie total zu ignorieren zahlreiche Follower. Seine völlig abgehobene Selbstbeweihräuchrung und die schon fast götzenhafte Anbetung seiner Partei trugen ihren Teil dazu zweifellos bei. Und Kurth gehört zu genau dieser jüngeren, vermeintlich netzaffinen Politikergeneration, die ich oben bereits ansprach. Dass die FDP massiv auf die 0% zuhält wundert mich bei solchen Parteivertretern gar nicht mehr.
Mein Fazit:
Mehr kommunikative Politiker aus allen Parteien, wie bspw. Peter Altmaier und weniger selbstverliebte Politprolle vom Kaliber Patrick Kurths und unsere Politik könnte wieder wesentlich interessanter werden.
So und jetzt dürft ihr auf mich einschlagen, weil ich einen CDU-Politiker gelobt habe.
Einer dieser Politiker denen ich folge ist Peter Altmaier von der CDU. Wer mich kennt, der kennt auch meine Einstellung zu CDU und CSU und weiß, dass ich mit Sicherheit nicht zu deren glühendsten Anhängern gehöre.
Peter Altmaier folge ich trotzdem und muss sagen, ich folge ihm sogar gern. Das liegt daran, dass er als einer der wenigen Politiker gesetzteren Alters das Medium Internet nicht nur als einseitige Werbeplattform nutzt, sondern beispielsweise auf Twitter auch die Möglichkeit gibt, direkt mit ihm zu kommunizieren.
Wo andere Politiker stolz darauf sind, von einem Assistenten den langweiligen Terminplan twittern zu lassen, beantwortet er Fragen, diskutiert und scherzt auch schonmal mit herum. Klar, es passiert immer wieder mal, dass er in politischen Slang verfällt, aber ich vermute mal, das ist einfach berufsbedingt. Im großen und ganzen zeigt er sich allerdings wesentlich kommunikativer und diskussionsfreudiger als viele seiner jüngeren Kollegen, die von sich behaupten, netzaffin zu sein.
Gestern wies ich Peter Altmeier einmal auf meine 8 Fragen hin, die ich gerne den Innenministern stellen würde. Ähnliche Tweets ließ ich in der Vergangenheit auch schon dem ein oder anderen Politiker zukommen, jedoch immer, ohne eine Antwort zu bekommen.
Dementsprechend überrascht war ich, als ich dann folgende Antwort bekam:
@Farlion Gute Fragen. Will versuchen, ebenso ausführlich Antwort von BMI etc. zu bekommen. Kann´s ncht versprechen aber tu mein Bestes.
Gut, ich weiß nicht, ob er wirklich fragt und kann das auch nicht überprüfen. Andererseits will ich ihm jetzt auch nicht unterstellen, dass er es von Haus aus gar nicht erst versuchen wird. Letztlich lasse ich mich überraschen, ob ich zumindest auf einen Teil der Fragen Antworten bekomme.
Was für mich der Anlass ist, das als persönlichen Tweet des Tages zu sehen ist die Tatsache, dass er die Fragen zumindest gelesen hat und damit einen Teileinblick gewinnen konnte, dass auch der normale Bürger etwas weiter denken kann, als nur auf BILD-Niveau.
Wenn sich mehr Politiker auf diese direkte Art der Kommunikation einlassen würden und ihre Informationen nicht nur aus der Presse beziehen und wiedergeben würden, wäre das schon ein großer Fortschritt in Sachen bürgernäherer Politik.
Ein absolut abschreckendes Beispiel für politische Kommunikation über Twitter ist übrigens das MdB Patrick Kurth von der FDP. Der verlor in den letzten Wochen wegen prolligstem Piratenbashing und der Angewohnheit auf alle, die nicht seiner Meinung sind verbal einzuschlagen oder sie total zu ignorieren zahlreiche Follower. Seine völlig abgehobene Selbstbeweihräuchrung und die schon fast götzenhafte Anbetung seiner Partei trugen ihren Teil dazu zweifellos bei. Und Kurth gehört zu genau dieser jüngeren, vermeintlich netzaffinen Politikergeneration, die ich oben bereits ansprach. Dass die FDP massiv auf die 0% zuhält wundert mich bei solchen Parteivertretern gar nicht mehr.
Mein Fazit:
Mehr kommunikative Politiker aus allen Parteien, wie bspw. Peter Altmaier und weniger selbstverliebte Politprolle vom Kaliber Patrick Kurths und unsere Politik könnte wieder wesentlich interessanter werden.
So und jetzt dürft ihr auf mich einschlagen, weil ich einen CDU-Politiker gelobt habe.
Freitag, 8. Oktober 2010
Frau zu Guttenberg, CDU-Politiker und die historische Scheinheiligkeit
Letzte Nacht schrieb ich ja die Kritik zum neuen RTL2-Format Tatort Internet. In Ruhe gelassen hat mich das Thema allerdings nicht.
In den letzten 3 Jahren werden die Themen Kinderpornographie und Kindesmissbrauch immer wieder, besonders von CDU/CSU, als Gründe für Zensurmaßnahmen und zur Kriminalisierung des Internets instrumentalisiert. Fakt ist aber, dass gerade dieses Parteienbündnis schon vor vielen Jahren massiv dazu beitrug, dass kinderpornographische Inhalte im Internet nicht verfolgt werden konnten. Ich werde gleich mal einen kleinen Zeitsprung machen und diejenigen unter Euch, die ebenfalls schon seit Mitte der '90er Jahre im Netz sind, werden sich vielleicht schmerzlich erinnern.
Wir schreiben das Jahr 1998, die Ära Kohl geht zuende, Schröder steht am Start seiner Kanzlerschaft. Kinderpornographie und Kindesmissbrauch sind bereits feste Themen in der Netzwelt und werden von den Nutzern bereits massiv verurteilt. Der Staat beschäftigt sich kaum mit dem brisanten Thema und wenn, dann fällt er dadurch auf, dass er Internetuser anklagt und schikaniert, die entsprechende Seiten der Polizei zur Anzeige bringen. Wer in diesem Jahr auf ein Angebot mit kinderpornographischen Inhalten stößt und dieses der Polizei meldet, läuft große Gefahr, dass wenig später die Polizei mit einem Großaufgebot vor der Tür steht und sowohl Computer, Disketten, CDs, Aktenordner, Fotoalben und Monitore (!) beschlagnahmt, weil dort ja kinderpornographisches Material vorhanden sein könnte.
Warum das so war, erklärte die seltsame der Logik, der sich damals rechtfertigenden Unionspolitiker:
Und tatsächlich wurden auf einigen dieser Rechner auch Bilder gefunden. Es handelte sich dabei allerdings nicht um wissentlich heruntergeladenes Material, sondern um den Cache des Browsers, von dem damals viele User noch gar nicht wussten, dass er existiert und wie er zu löschen ist. Für die Staatsanwälte stand der Besitz dieser Bilder fest und die Politiker unterstützten die Justiz wo immer es ging und rechtfertigten diese Durchsuchungen, Ermittlungs- und Strafverfahren entgegen aller Vernunft und aller Argumente der Kinderschützer.
Dieses gravierende Fehlverhalten von Politik und Justiz gipfelte schließlich darin, dass Hinweise auf Kinderpornographie nicht mehr verfolgt werden konnten, weil die User sich schlichtweg nicht mehr trauten, entsprechende Fundstücke den Behörden zu melden.
Die Unzufriedenheit über diesen Zustand riss allerdings nicht ab. Es bildeten sich Initiativen, die, von Politik und Justiz geflissentlich ignoriert, immer lauter ihren Unmut über diese Situation öffentlich äußerten. Als die Stimmung auf dem negativen Höchststand angelangt war, schlossen sich fünf große Kritiker des politischen Missstands zusammen und initiierten das Netz gegen Kinderporno, dessen Symbol rechts zu sehen ist. Diese fünf Kritiker waren der Deutsche Kinderschutzbund, das FifF - Forum Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung, der Heise Verlag, Spiegel Online und Stern Online.
Dieses politisch unabhängige Netzwerk richtete die erste anonyme Meldestelle für kinderpornographische Fundstücke im Internet ein, was eigentlich Sache der Politik und der Justiz gewesen wäre. Die Aktionsgrafik des Netzwerks fand sich danach auf zahlreichen privaten, kommerziellen und medialen Websites wieder und wurde damals zu einem Symbol gegen die kontraproduktive und kriminalisierende Stellung der Politik und der Justiz.
Wer jetzt allerdings glaubt, die Politiker hätten schnell daraus gelernt, der täuscht sich. Das Netz gegen Kinderporno war über mehrere Jahre aktiv, bevor die Politik endlich den Schritt machte, das Melden krimineller Fundstücke aus dem Internet nicht mehr unter Strafe zu stellen.
Wenn unsere Politiker sich heutzutage hinstellen, um sich als die Vertreter der Moral und die Schützer unserer Kinder zu positionieren, sollten sie - und das geht jetzt besonders in die Richtung CDU/CSU - einmal die eigene Vergangenheit aufarbeiten und sich selbst fragen, warum sie über Jahre hinweg die Täter geschützt und die ehrlich besorgten Internetnutzer verfolgt haben. Damit waren sie Wegbereiter des Zustands, der heute existiert.
Frau zu Guttenberg dagegen möchte ich anraten, sich einmal realistisch zu informieren und nicht blind der moralisch zweifelhaften Linie der Parteipolitik ihres Mannes zu vertrauen. Sie sollte nicht pauschal weite Teile des Internets kriminalisieren, sondern darüber nachdenken, warum vielen Internetnutzern zu dieser Zeit das Vertrauen in den Kinderschutz durch Politik und Justiz verloren ging.
Ich stelle hier nicht die Motivation der Frau zu Guttenberg in Frage. Ich glaube auch nicht, dass sie den Kinderschutz aus rein öffentlichkeitswirksamen Gründen vertritt. Ich vermute schon, dass sie es ehrlich meint. Nur der Weg, den sie beschreitet, wirkt sehr naiv und uninformiert, besonders was die Bekämpfung der Kinderpornographie in der Vergangenheit betrifft.
Das Internet war der Politik schon immer um einige Schritte voraus und die Politik hätte sich viel nützliches Wissen von den aufgeklärten Internetnutzern vermitteln lassen können. Leider hat sich daran bis heute nichts geändert und ich befürchte, ich werde in 10 Jahren wahrscheinlich einen ähnlichen Artikel in Bezug auf die heutige Zeit verfassen müssen.
In den letzten 3 Jahren werden die Themen Kinderpornographie und Kindesmissbrauch immer wieder, besonders von CDU/CSU, als Gründe für Zensurmaßnahmen und zur Kriminalisierung des Internets instrumentalisiert. Fakt ist aber, dass gerade dieses Parteienbündnis schon vor vielen Jahren massiv dazu beitrug, dass kinderpornographische Inhalte im Internet nicht verfolgt werden konnten. Ich werde gleich mal einen kleinen Zeitsprung machen und diejenigen unter Euch, die ebenfalls schon seit Mitte der '90er Jahre im Netz sind, werden sich vielleicht schmerzlich erinnern.
Wir schreiben das Jahr 1998, die Ära Kohl geht zuende, Schröder steht am Start seiner Kanzlerschaft. Kinderpornographie und Kindesmissbrauch sind bereits feste Themen in der Netzwelt und werden von den Nutzern bereits massiv verurteilt. Der Staat beschäftigt sich kaum mit dem brisanten Thema und wenn, dann fällt er dadurch auf, dass er Internetuser anklagt und schikaniert, die entsprechende Seiten der Polizei zur Anzeige bringen. Wer in diesem Jahr auf ein Angebot mit kinderpornographischen Inhalten stößt und dieses der Polizei meldet, läuft große Gefahr, dass wenig später die Polizei mit einem Großaufgebot vor der Tür steht und sowohl Computer, Disketten, CDs, Aktenordner, Fotoalben und Monitore (!) beschlagnahmt, weil dort ja kinderpornographisches Material vorhanden sein könnte.
Warum das so war, erklärte die seltsame der Logik, der sich damals rechtfertigenden Unionspolitiker:
"Wer eine Internetseite mit kinderpornographischen Inhalten besucht hat, hat gegen geltendes Gesetz verstoßen und macht sich damit strafbar."

Das "Netz gegen Kinderporno" Banner
Dieses gravierende Fehlverhalten von Politik und Justiz gipfelte schließlich darin, dass Hinweise auf Kinderpornographie nicht mehr verfolgt werden konnten, weil die User sich schlichtweg nicht mehr trauten, entsprechende Fundstücke den Behörden zu melden.
Die Unzufriedenheit über diesen Zustand riss allerdings nicht ab. Es bildeten sich Initiativen, die, von Politik und Justiz geflissentlich ignoriert, immer lauter ihren Unmut über diese Situation öffentlich äußerten. Als die Stimmung auf dem negativen Höchststand angelangt war, schlossen sich fünf große Kritiker des politischen Missstands zusammen und initiierten das Netz gegen Kinderporno, dessen Symbol rechts zu sehen ist. Diese fünf Kritiker waren der Deutsche Kinderschutzbund, das FifF - Forum Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung, der Heise Verlag, Spiegel Online und Stern Online.
Dieses politisch unabhängige Netzwerk richtete die erste anonyme Meldestelle für kinderpornographische Fundstücke im Internet ein, was eigentlich Sache der Politik und der Justiz gewesen wäre. Die Aktionsgrafik des Netzwerks fand sich danach auf zahlreichen privaten, kommerziellen und medialen Websites wieder und wurde damals zu einem Symbol gegen die kontraproduktive und kriminalisierende Stellung der Politik und der Justiz.
Wer jetzt allerdings glaubt, die Politiker hätten schnell daraus gelernt, der täuscht sich. Das Netz gegen Kinderporno war über mehrere Jahre aktiv, bevor die Politik endlich den Schritt machte, das Melden krimineller Fundstücke aus dem Internet nicht mehr unter Strafe zu stellen.
Wenn unsere Politiker sich heutzutage hinstellen, um sich als die Vertreter der Moral und die Schützer unserer Kinder zu positionieren, sollten sie - und das geht jetzt besonders in die Richtung CDU/CSU - einmal die eigene Vergangenheit aufarbeiten und sich selbst fragen, warum sie über Jahre hinweg die Täter geschützt und die ehrlich besorgten Internetnutzer verfolgt haben. Damit waren sie Wegbereiter des Zustands, der heute existiert.
Frau zu Guttenberg dagegen möchte ich anraten, sich einmal realistisch zu informieren und nicht blind der moralisch zweifelhaften Linie der Parteipolitik ihres Mannes zu vertrauen. Sie sollte nicht pauschal weite Teile des Internets kriminalisieren, sondern darüber nachdenken, warum vielen Internetnutzern zu dieser Zeit das Vertrauen in den Kinderschutz durch Politik und Justiz verloren ging.
Ich stelle hier nicht die Motivation der Frau zu Guttenberg in Frage. Ich glaube auch nicht, dass sie den Kinderschutz aus rein öffentlichkeitswirksamen Gründen vertritt. Ich vermute schon, dass sie es ehrlich meint. Nur der Weg, den sie beschreitet, wirkt sehr naiv und uninformiert, besonders was die Bekämpfung der Kinderpornographie in der Vergangenheit betrifft.
Das Internet war der Politik schon immer um einige Schritte voraus und die Politik hätte sich viel nützliches Wissen von den aufgeklärten Internetnutzern vermitteln lassen können. Leider hat sich daran bis heute nichts geändert und ich befürchte, ich werde in 10 Jahren wahrscheinlich einen ähnlichen Artikel in Bezug auf die heutige Zeit verfassen müssen.
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