Wie das ARD-Magazin FAKT berichtet, arbeiten mehrere Bundesländer mit einer weiteren Trojanersoftware. Es soll sich dabei um eine Software des saarländischen Unternehmens
Syborg handeln, die unkontrolliert alles mitzeichnet - also auch Mail- und Chatverkehr - und bietet dem Hersteller sogar vollen Fernzugriff auf die Daten der einzelnen Überwachungen. Auch eine Löschfunktion soll nicht vorhanden sein, da sie mit ca. 130.000,- Euro Zusatzkosten verbunden wäre.
In dem von FAKT beschriebenen Fall wurde ein leitender Angesteller im Umweltministerium von NRW ausgespäht, der sich für die Aufklärung eines Trinkwasserskandals engagierte.
Auch hier lag kein Fall von potentiellem Terrorismus oder der Gefahr von Leib und Leben vor.
In diesem Fall wurden
über 40 Personen durch die Software ausgespäht und zwar nicht nur Telefongespräche sondern auch der komplette Mailverkehr.
Noch brisanter wird die Angelegenheit dadurch, dass die Firma Syborg wohl auch in dikatorische Systeme liefert. Im Bunker von Gaddafis Sohn Mutassim wurden entsprechende Unterlagen gefunden, die den Einsatz der Syborg-Software in Libyen belegen.
Während auf der offiziellen Website des Unternehmens nur von
"internationaler Entwicklung" die Rede ist, findet sich beim googlen eine noch aussagekräftigere Selbstdarstellung des Unternehmens auf einer äußerlich inaktiven Domain einer Agentur für interaktive Kommunikation.
Dort heißt es:
SYBORG Informationssysteme ist ein führender Anbieter für umfassende Lösungen im Bereich der gesetzlichen Telekommunikationsüberwachung. Seit 1995 unterstützen wir mit unseren Systemen die Behörden und Netzbetreiber in Europa und weltweit mit maßgeschneiderter Software für digitale Aufzeichnungs- und Überwachungssysteme.
Unser Produktportfolio deckt neben Sprach- und Datenarchivierung auch die Ausleitung von Telefonie- und Internetkommunikationen und deren Auswertung sowie Sprachverarbeitungsysteme sowohl für den nationalen als auch für den internationalen Markt ab:
Das SYBORG Interception Center (SIC), die SYBORG Internet Solution (SIS), und das GI2 sind Lösungen auf höchstem Niveau, die Daten nicht nur zuverlässig erfassen, sondern auch Auswertungssoftware beinhalten, die auf die speziellen Bedürfnisse der Benutzer hin optimiert ist.
Unsere Systeme basieren auf einer offenen Architektur, die auch künftige Erweiterungen sicherstellt. Wir investieren einen Großteil der Umsätze in Forschung und Entwicklung, damit unseren Kunden jederzeit Lösungen auf dem neuesten Stand zur Verfügung stehen.
Die Aussage einiger führender Politiker, dass deutsche Unternehmen sicherheitsgeprüft würden und eben nicht in Länder liefern, die im Verdacht stehen, Menschenrechte zu verletzen ist somit gelogen.
Laut FAKT wurde die Software von mehreren Bundesländern gekauft, darunter auch
Berlin,
Niedersachsen,
NRW, Mecklenburg-Vorpommern und
Hessen.
(Bis auf Mecklenburg-Vorpommern konnte ich die Lieferaufträge selbst recherchieren)
Die Aussage diverser Innenminister, dass statt DigiTask eine Software eingesetzt wurde, die "rechtssicherer" sei als die von DigiTask stellt sich damit als unwahr heraus. Viel mehr scheint es so, dass die Software von Syborg noch weitreichender gegen geltendes Gesetz und aktuelle Rechtsprechung verstößt als die von DigiTask. Hinsichtlich der Zugriffsmöglichkeiten des Herstellers auf die Daten überwachter Rechner geht das nicht nur knapp an der Legalität vorbei, sondern verstößt massiv gegen die Grundrechte.
Die Tatsache, dass von den Innenministern der Einsatz dieser Software nicht einmal entfernt angedeutet, geschweige denn offengelegt wurde beweist, dass wir ein wesentlich größeres Problem mit dem Rechtsverständnis unserer Politiker haben, als ohnehin bis jetzt angenommen.
Quelle: FAKT (mdr.de)
das ist ja wirklich das allerletzte: die bundesdeutschen länderpolizeiverwaltungen auf einer stufe mit solchen hurensöhnen wie ben ali in tunesien, ghaddafi in lybien, muhbarack (sic!) in ägypten und wie der kackvogel in syrien heisst, habe ich doch glatt vergessen !!!
das ist halt eine mischpoke, alle wollen ihre bürger auf deubel komm raus überwachen und ausspähen, um sie unter kontrolle zu bekommen ...
klappt aber nicht, wir blackhat hacker (ich bin bei ANONYMOUS assoziiertes mitglied) werden sie alle fertigmachen, diese saubande!
gruss und kuss (nur für die damen!) MKultra
SYBORG Informationssysteme OHG, der neue Lieferant von Niedersachsen gehört seit 2003 Verint Systems Inc.
Verint Systems Inc. hieß bis Februar 2002 noch Comverse Infosys. Der Grund der Namensänderung war angeblich die Reaktion auf einen der größten Abhörskandale der US-Geschichte. Damals von Fox News ausgegraben und dann wieder aus dem Internet "gelöscht".
Und vielleicht auch noch als Quelle für den FAKT-Beitrag: Die Chronologie der Ereignisse (Wer viel Lesen mag) oder nur über das von FAKT angesprochene System "CASE" betreffend.
MfG, ein Pirat
Jeden Tag einen anderen Parkplatz flyern. Und wenns nur 30 Flyer am Tag sind. Wir müssen dafür sorgen, dass die Leute diese Sauerrei nicht so schnell vergessen !!
Mitmachen! Überall!
http://pad.telecomix.org/vevmukaj
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Wo ist die Quellenangabe hierzu?
Jetzt hätte ich also als Blogger 2 Möglichkeiten: Entweder fliege ich selbst nach Libyen und recherchiere (was in jeder Hinsicht schwachsinnig wäre) oder ich blogge nur noch über den Rasen in meinem Garten, weil ich da ja live dabei bin.
Was du hier erwartest ist im Prinzip, dass man als Blogger keine Pressemeldungen mehr als Quelle hernehmen kann, weil die Medien selbst nicht haarklein ihre Quellen angeben.
Das würde letztlich wiederum bedeuten, dass wir unseren gesamten Medien kein Wort mehr glauben dürften, weil die mittlerweile den größten Teil ihres Contents aus Agenturmeldungen bestreiten und beim Rest kaum mal ihre eigenen Quellen darlegen.
Ein bisschen Misstrauen ist ja ganz gut, aber wenn es zur Paranoia wird kann man auch gleich Innenminister werden.