In diversen Blogs wurde heute teilweise live von der Diskussion um einen Verhaltenskodex für Blogger berichtet, die ich so gut wie möglich verfolgt habe. Mir war es ja leider zeitlich nicht möglich, selbst dabei zu sein. Auf dem Podium saßen dazu Stefan Niggemeier, Don Dahlmann, Johnny Haeusler und Prof. Dr. Rainer Kuhlen.
Golem hat eine kurze Zusammenfassung geschrieben.
Ich persönlich halte von einem Bloggerkodex nicht viel. Allerdings sollte man sich schon an gewisse Umgangsformen halten, was zivilisierten Menschen eigentlich nicht schwerfallen sollte. Blogs unterliegen mittlerweile der staatlichen Gesetzgebung, wie andere Medien auch. Man kann nicht mehr ungestraft Beleidigen und Beschimpfen. Da greifen mittlerweile die gleichen Gesetze, wie in der "analogen" Welt. Auch der Schutz der Persönlichkeitsrechte ist mittlerweile relativ gut abgesichert, so dass der Blogbetreiber schon aus rechtlichen Gründen gut abwägen sollte, über wen er schreibt und was er schreibt. In dieser Hinsicht brauch es keinen Kodex.
Bei den Bloglesern/Kommentatoren sieht es da schon anders aus. Eine Registrierung unter Nennung von Realnamen lehne ich persönlich ab. Als Betreiber eines politischen Blogs schreibe ich von Zeit zu Zeit auch über kommunale Behörden und bekomme auch Reaktionen von Betroffenen, die auf diese Beiträge kommentieren. Alleine schon um diesen Lesern eventuelle Konsequenzen von behördlicher Seite zu ersparen, möchte ich gar nicht wissen, wie die Kommentatoren persönlich heißen. Selbst wenn ein Leser mir seinen Namen im Verlauf eines Mailwechsels mitteilt, bleibt dieser im Blog unerwähnt.
Sollten Blogger sich mit ihren realen Daten outen?
Das kann ich voll und ganz mit einem aufrechten "Jein" beantworten. Ich bin im Laufe der Zeit über viele private Blogs gestoßen, in denen Blogger quasi ein Ventil finden, um ihre privaten und persönlichen Probleme aufzubereiten oder um bspw mit schweren gesundheitllichen Problemen kämpfen und das über ihre Blogs verarbeiten und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Diesen Bloggern gestehe ich volle Anonymität zu.
Anders sieht es aus, wenn Blogger sich kritisch zu bestimmten Themen äußern. Ich bin der Meinung, wer Kritik übt, egal ob an Politikern oder Unternehmen, der sollte auch dahinter stehen. Gerade bei Kritik an Unternehmen ist es teilweise ein rechtlicher Balanceakt, weil man sich schnell an der Grenze zur Geschäftsschädigung bewegt. Hier sollte man sich schon klar sein, wie man sich ausdrückt und was man sagt. Trotzdem halte ich nichts von anonymen Motz- und Meckerblogs, weil ich einfach die Glaubwürdigkeit dieser Blogs in Frage stelle.
Und jetzt zur Zensur und zur Löschung von Kommentaren.
Ich selbst musste bislang, außer ein paar Spam-Kommentaren, nichts löschen. Als ich im Januar kurzzeitig abwesend war musste meine administrative Vertretung allerdings ein paar Mal zu dieser Maßnahme greifen, weil dort eindeutig rechtlich bedenkliche Kommentare gepostet wurden. Aber so ist das eben, wenn die Katze aus dem Haus ist...
Zur Zensur greife ich prinzipiell nur bei potentiellen Rechtsverstößen, denn ich sehe nicht ein, für anonyme Kommentatoren rechtlich den Kopf hinzuhalten, wenn es um klare Rechtsverstöße geht. Allerdings musste ich auch diesbezüglich bislang nur ein paar Namen anonymisieren oder hier und da mal einen Link entschärfen.
Kritik wird bei mir prinzipiell nicht gelöscht, solange sie nicht beleidigend ist. Im Gegenteil, Kritik ist eine Form der Kommunikation, aus der ich als Blogger teilweise noch lernen kann und auch die Ansichten der Blogleser besser kennen lerne.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich mich gegen einen Kodex mit festen Richtlinien ausspreche. Ein Blog kann nur solange Individuell sein, wie der Blogger seine Individualität schreibend darstellen kann. Ein Kodex ist da nicht hilfreich. Allerdings sollte jeder Blogger sich auch darüber klar sein, dass sein Verhalten und seine Schreibweise nicht jedem gefällt und sich Kritiker für fast jedes Thema finden. Und die Blogleser sollten sich darüber klar werden, dass der Blogbetreiber das Hausrecht hat und somit auch berechtigt ist, einen Kommentar zu löschen, wenn er den Blogger in rechtliche Schwierigkeiten bringen kann oder in irgendeiner Form beleidigend ist.
Morgen wird es auf der re:publica übrigens besonders interessant, denn um 11:30 Uhr lautet das Thema:
Darf ich das bloggen?
Was ist erlaubt, was nicht? Was tun bei Abmahnungen?
Ich hoffe, dass sich wieder ein Blogger findet, der live berichtet.
< Second Life, Astronaut Bill Gates und Tote Hosen im Klimawandel | Tagesschau Interview mit Udo Vetter zum Thema Blogs und Abmahnungen >
Mittwoch, 11. April 2007
Verhaltensregeln für Blogger - Diskussion bei der re:publica
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Regeln, Blogging & Re:Publica
Das Thema Ethik wurde am ersten Tag der Re:Publica arg diskutiert. Angestoßen wurde die Debatte durch den legendären kalifornischen Verleger Tim O’Reilly, der als Erfinder des Begriffs Web 2.0 gilt. Sein Vorschlag war ein Verhaltenskod...
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Weblog: Handelskraft
Aufgenommen: Apr 12, 11:14
Aufgenommen: Apr 12, 11:14












Über Wochen sind diese Beiträge von jemandem zerfleddert worden, auf eine Weise, die deutlich unter die Gürtellinie ging. (Eine Frau übrigens...machen das Männer auch? Ich glaube nicht...)
Ich hab schonmal gesagt, der Schock saß/sitzt tief. Hab ich was gelernt? Ich glaube nicht. Nach wie vor habe ich den Wunsch, auch im Internet authentisch zu sein und nicht eine Figur darzustellen. Statt mich zu verschließen bemühe ich mich gerade, wieder offen zu schreiben.
LG
Birgit
Das ist im Netz nicht anders.
Du hast den Kicker vergessen. Wobei ich mich jetzt frage, warum dieser von einem Freund als "das goldene Blatt für Männer" bezeichnet wird...
Mal davon abgesehen: Aus rechtlichen Gründen gibt man seine Anonymität beim Besitz einer eigenen Domain im Impressum sowieso zwingend auf.
Ansonsten kann ich dir zu diesem Beitrag nur zustimmen.