Nein, das wird kein weiterer Beitrag über den Sinn oder die Ziele der Piraten. Ich versuche auch nicht zu erklären, warum die Piraten in Berlin so gut abschnitten. Diese Themen überlasse ich weiterhin den traditionellen Medien - die verzapfen schon genug Unfug darüber.
Ich amüsiere mich viel mehr darüber, dass die Piraten eigentlich gar keinen Wahlkampf mehr machen müssen. Das haben die etablierten Parteien für sie übernommen.
Mittwoch, 28. September 2011
Etablierter Wahlkampf für die Piraten
in Politisches
um
10:44
Es ist schon erstaunlich, welche Blüten der Piraten-Erfolg in Berlin bei den etablierten Parteien treibt. Vor ein paar Wochen belächelten unsere etablierten Politiker die Piraten noch, nun werden sie (falsch) interpretiert, verhöhnt und als Gefahr gesehen.
Anders als bei den traditionellen Wahlkämpfen genießen die Piraten allerdings einen gewissen Bonus bei ihren Wählern, weil sie genau das kritisieren, womit der Normalbürger sich seit Jahren abgefunden zu haben scheint und was die Wahlbeteiligung seit Jahren schwinden lässt: Intransparenz und zu wenig Mitbestimmung.
Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, was die Piraten richtig und sie selbst falsch gemacht haben, ergehen sich die üblichen Verdächtigen in Schmähungen der Piraten und ihrer Wähler, vergessend, dass ein Teil davon einmal eigene Wähler waren.
Nehmen wir zum Beispiel die Grünen. Sie schicken ihre bärbeißige Frauenriege in die Schlacht, die sich durchgehend blamiert. Egal ob es Bärbel Höhn ist, die dadurch glänzen möchte, dass sie "Internet guckt" oder Renate Künast, die die Piraten für "resozialisierbar" hält.
Resozialisierbar? Dieser Ausdruck von den Grünen? Ich erinnere mich noch an 1983, als die Grünen in den Bundestag einzogen, strickend in Wollpullis und Späthippiefrisuren im Bundestag saßen und eigentlich aussahen, als könnte man sie im ganzen Saal riechen. Sie wurden resozialisiert. Man brachte ihnen den Umgang mit Wasser und Seife bei, zeigte ihnen, wo der Friseur und der Schneider ihre Geschäfte haben und das man mit dem Verdienst als Abgeordneter wesentlich angenehmer leben kann, als in einem herkömmlichen Job. Man muss sich nur arrangieren, die eigenen Ziele und Ideale über Bord werfen und dem ein oder anderen Koalitionspartner hin und wieder mal tief Zucker in den breitgesessenen Politikerarsch blasen.
Auf der Strecke blieben die Ziele, die Ideale und der Protest, der die Grünen ausmachte.
Die Grünen sollten sich mal wieder etwas desozialisieren, sonst landen sie mit ihren Statements noch auf FDP-Niveau.
Apropos FDP:
Das ist dieser blau-gelbe Verein, der so dumm ist, die Nicht-FDP-Wähler als dumm/ungebildet zu bezeichnen. Liebe FDP, sowas hat doch schon in der Schule nicht funktioniert. Man wird nicht Klassensprecher, indem man mit einem Schild herumläuft auf dem steht "Wer mich nicht wählt ist doof!".
Sowas gibt im besten Fall Klassenkeile in der großen Pause auf dem Schulhof. Punkten kann man damit nicht. Es mag zwar ein paar Leute geben, die jetzt die FDP wählen, damit sie sich für klüger halten als alle anderen, aber machen wir uns nichts vor: das sind genau die, die ohnehin nie etwas anderes gewählt haben und wählen werden.
Die CDU stellte sich da geschickter an. Sie schickte erst einmal Peter Altmeier ins Rennen, der den Piraten gratulierte, ihnen Respekt zollte und zugab, dass seine Partei das Thema Internet gründlich verschlafen hat, bzw. völlig falsch angegangen ist. Dummerweise hatte er nicht mit der Hinterhältigkeit seiner Kollegen gerechnet und so stieß ihm sein Kollege Siegfried Kauder den Dolch ins Kreuz, kaum dass Altmeier ihm den Rücken zugewandt hatte und forderte, Filesharer mit Internetentzug zu bestrafen.
SOOOOO wird das natürlich nichts. Und so hatte Peter Altmeier es bestimmt auch nicht gemeint als er sagte, in seiner Partei bestünde Nachholbedarf und es müsste sich mehr mit dem Internet beschäftigt werden.
Ich habe eigentlich aus Prinzip kein Mitleid mit CDU-Politikern. Wer sich einer korrupten Schwarzgeld- und Lobbypartei anschließt darf damit auch nicht rechnen. Aber den Dolchstoß, den Kauder dem Altmeier versetzt hat, den konnte ich fast körperlich spüren. Die CDU wird ihn auch spüren, bei jeder sich bietenden Wahl - an den Wählerstimmen, die zu den Piraten wandern.
Die Linke stellte sich schon fast geschickt an. Leider nur fast. Sie äußerte, ähnlich wie Peter Altmeier, das Internet vernachlässigt und den Kontakt, besonders zu den jungen Wählern, verloren zu haben. "Von den Piraten müssen wir lernen", lautet das Credo der Linken. Letztlich bedeutet das aber auch nichts anderes als "Wir klauen euch jetzt die Ideen und holen uns die Wähler zurück".
Ob das so funktioniert, wage ich zu bezweifeln.
Eins haben diese Parteien allerdings gemeinsam. Sie alle bezeichnen die Piraten als Protestpartei und als Internetpartei.
Protestpartei? Natürlich haben die Piraten auch Protestwähler abgestaubt. Aber sollte man eine Partei auf einen Bruchteil ihrer Wähler reduzieren? Was würde Steuerhinterzieherpartei FDP davon halten? Oder die Landeierpartei CDU/CSU? Von der versifften Ökofuzzipartei oder der ständig quengelnden Altkommunistenpartei mal ganz zu schweigen.
Ähnlich verhält es sich mit der Klassifizierung "Internetpartei". Seit wann klassifiziert man eine Partei nach ihren Kommunikationswegen? Die CDU wird doch auch nicht "Papierbriefpartei" genannt, die Grünen nicht "Handypartei" und die FDP nicht Hotelkonferenzpartei. Zu den Linken kann ich an dieser Stelle nichts sagen, die kommunizieren scheinbar nur über zentralisierte Sprachrohre.
Bei so schlagkräftigen Eigentoren können die Piraten sich eigentlich entspannt zurücklehnen und ihre ersten Schritte auf der großen Bühne der Politik üben. Wahlkampf? Wozu? Den machen doch die Konkurrenzparteien schon ganz toll für die Piraten.
Nachtrag:
Auf piratig.de gibt es übrigens eine schöne, aktuelle Anekdote zum sauberen Herrn Kauder. Er hat sich bei den Bildern auf seiner Website fleißig bei anderen bedient. Und in guter CDU-Manier hat er sie jetzt stillschweigend und blitzschnell entfernt, als die Sache aufflog. Tja, die Unionspolitiker hatten schon immer eine seltsame Auffassung von Recht und Gerechtigkeit.
Anders als bei den traditionellen Wahlkämpfen genießen die Piraten allerdings einen gewissen Bonus bei ihren Wählern, weil sie genau das kritisieren, womit der Normalbürger sich seit Jahren abgefunden zu haben scheint und was die Wahlbeteiligung seit Jahren schwinden lässt: Intransparenz und zu wenig Mitbestimmung.
Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, was die Piraten richtig und sie selbst falsch gemacht haben, ergehen sich die üblichen Verdächtigen in Schmähungen der Piraten und ihrer Wähler, vergessend, dass ein Teil davon einmal eigene Wähler waren.
Nehmen wir zum Beispiel die Grünen. Sie schicken ihre bärbeißige Frauenriege in die Schlacht, die sich durchgehend blamiert. Egal ob es Bärbel Höhn ist, die dadurch glänzen möchte, dass sie "Internet guckt" oder Renate Künast, die die Piraten für "resozialisierbar" hält.
Resozialisierbar? Dieser Ausdruck von den Grünen? Ich erinnere mich noch an 1983, als die Grünen in den Bundestag einzogen, strickend in Wollpullis und Späthippiefrisuren im Bundestag saßen und eigentlich aussahen, als könnte man sie im ganzen Saal riechen. Sie wurden resozialisiert. Man brachte ihnen den Umgang mit Wasser und Seife bei, zeigte ihnen, wo der Friseur und der Schneider ihre Geschäfte haben und das man mit dem Verdienst als Abgeordneter wesentlich angenehmer leben kann, als in einem herkömmlichen Job. Man muss sich nur arrangieren, die eigenen Ziele und Ideale über Bord werfen und dem ein oder anderen Koalitionspartner hin und wieder mal tief Zucker in den breitgesessenen Politikerarsch blasen.
Auf der Strecke blieben die Ziele, die Ideale und der Protest, der die Grünen ausmachte.
Die Grünen sollten sich mal wieder etwas desozialisieren, sonst landen sie mit ihren Statements noch auf FDP-Niveau.
Apropos FDP:
Das ist dieser blau-gelbe Verein, der so dumm ist, die Nicht-FDP-Wähler als dumm/ungebildet zu bezeichnen. Liebe FDP, sowas hat doch schon in der Schule nicht funktioniert. Man wird nicht Klassensprecher, indem man mit einem Schild herumläuft auf dem steht "Wer mich nicht wählt ist doof!".
Sowas gibt im besten Fall Klassenkeile in der großen Pause auf dem Schulhof. Punkten kann man damit nicht. Es mag zwar ein paar Leute geben, die jetzt die FDP wählen, damit sie sich für klüger halten als alle anderen, aber machen wir uns nichts vor: das sind genau die, die ohnehin nie etwas anderes gewählt haben und wählen werden.
Die CDU stellte sich da geschickter an. Sie schickte erst einmal Peter Altmeier ins Rennen, der den Piraten gratulierte, ihnen Respekt zollte und zugab, dass seine Partei das Thema Internet gründlich verschlafen hat, bzw. völlig falsch angegangen ist. Dummerweise hatte er nicht mit der Hinterhältigkeit seiner Kollegen gerechnet und so stieß ihm sein Kollege Siegfried Kauder den Dolch ins Kreuz, kaum dass Altmeier ihm den Rücken zugewandt hatte und forderte, Filesharer mit Internetentzug zu bestrafen.
SOOOOO wird das natürlich nichts. Und so hatte Peter Altmeier es bestimmt auch nicht gemeint als er sagte, in seiner Partei bestünde Nachholbedarf und es müsste sich mehr mit dem Internet beschäftigt werden.
Ich habe eigentlich aus Prinzip kein Mitleid mit CDU-Politikern. Wer sich einer korrupten Schwarzgeld- und Lobbypartei anschließt darf damit auch nicht rechnen. Aber den Dolchstoß, den Kauder dem Altmeier versetzt hat, den konnte ich fast körperlich spüren. Die CDU wird ihn auch spüren, bei jeder sich bietenden Wahl - an den Wählerstimmen, die zu den Piraten wandern.
Die Linke stellte sich schon fast geschickt an. Leider nur fast. Sie äußerte, ähnlich wie Peter Altmeier, das Internet vernachlässigt und den Kontakt, besonders zu den jungen Wählern, verloren zu haben. "Von den Piraten müssen wir lernen", lautet das Credo der Linken. Letztlich bedeutet das aber auch nichts anderes als "Wir klauen euch jetzt die Ideen und holen uns die Wähler zurück".
Ob das so funktioniert, wage ich zu bezweifeln.
Eins haben diese Parteien allerdings gemeinsam. Sie alle bezeichnen die Piraten als Protestpartei und als Internetpartei.
Protestpartei? Natürlich haben die Piraten auch Protestwähler abgestaubt. Aber sollte man eine Partei auf einen Bruchteil ihrer Wähler reduzieren? Was würde Steuerhinterzieherpartei FDP davon halten? Oder die Landeierpartei CDU/CSU? Von der versifften Ökofuzzipartei oder der ständig quengelnden Altkommunistenpartei mal ganz zu schweigen.
Ähnlich verhält es sich mit der Klassifizierung "Internetpartei". Seit wann klassifiziert man eine Partei nach ihren Kommunikationswegen? Die CDU wird doch auch nicht "Papierbriefpartei" genannt, die Grünen nicht "Handypartei" und die FDP nicht Hotelkonferenzpartei. Zu den Linken kann ich an dieser Stelle nichts sagen, die kommunizieren scheinbar nur über zentralisierte Sprachrohre.
Bei so schlagkräftigen Eigentoren können die Piraten sich eigentlich entspannt zurücklehnen und ihre ersten Schritte auf der großen Bühne der Politik üben. Wahlkampf? Wozu? Den machen doch die Konkurrenzparteien schon ganz toll für die Piraten.
Nachtrag:
Auf piratig.de gibt es übrigens eine schöne, aktuelle Anekdote zum sauberen Herrn Kauder. Er hat sich bei den Bildern auf seiner Website fleißig bei anderen bedient. Und in guter CDU-Manier hat er sie jetzt stillschweigend und blitzschnell entfernt, als die Sache aufflog. Tja, die Unionspolitiker hatten schon immer eine seltsame Auffassung von Recht und Gerechtigkeit.
< Ungeschickt, dreist und seltsam - politischer Spam von der "Ostfront" | Liebe Frau Bundeskanzlerin, >
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