In Japan ist die Bombe hochgegangen, im wahrsten Sinne des Wortes, als Reaktorgebäude des AKW Fukushima.
Noch gestern trat Angela Merkel vor die Presse und erklärte, für Deutschland bestände im Fall einer Kernschmelze in Japan keine Gefahr.
Die direkte Bedrohung durch radioaktiven Fallout durch die Katastrophe in Japan ist relativ gering, das ist richtig. Allerdings wird mit dieser Aussage verdrängt, dass es in Deutschland ebenfalls zu ähnlichen Situationen kommen könnte.
Das letzte registrierte Erbeben in Deutschland liegt nicht einmal einen Monat zurück.
Am 14.02.2011 bebte
im Südwesten der Republik die Erde mit einer Stärke von 4,4. Das Epizentrum des Bebens lag in Nassau, Rheinland-Pfalz, und die Stöße waren in mehreren Bundesländern zu spüren.
Atombefürworter bringen immer wieder das Argument auf, dass Erdbeben in Deutschland ja nur schwach wären und unsere Atomkraftwerke das aushalten würden. Aber diesem Irrtum ist auch Japan unterlegen. Nachdem sich die größeren Erdbeben der letzten Jahrzehnte dort immer im Bereich 6,0-6,6 bewegten, wurden die Atomkraftwerke auf eine mögliche Erdbebenstärke von 7,9 ausgerichtet. Mit einem Beben der Stärke 8,9 rechnete auch dort niemand, passiert ist es trotzdem.
Wenn sich in den nächsten Tagen die deutschen Regierungsmitglieder und Atomlobbyisten vor die Medien stellen und propagieren, dass Ähnliches in Deutschland nicht passieren kann, würde ich ihnen gerne diese vermeintliche Sicherheit der Japaner vor Augen halten, sie als Lügner beschimpfen und ihnen ins Gesicht spucken.
Eine Karte der Erdbebenzonen befindet sich beispielsweise in einem Artikel des Gymnasiasten Ugur Toprak, der sie aufgrund eines Praktikums am GeoForschungsZentrum in Potsdam im Jahre 2004 veröffentlichte:
Und bei Wikipedia findet sich eine gute Karte der AKW in Deutschland:
Legt man diese beiden Karten übereinander stellt man fest, dass beispielsweise ausgerechnet der Skandalreaktor Biblis, der in der Vergangenheit auch ohne ein richtig großes Erdbeben seine Störanfälligkeit bewies, sich genau in einer dieser Gefahrenzonen befindet:
Wer jetzt eventuell noch mit dem Argument kontern möchte, dass Erdbeben in Deutschland ja äußert selten wären, der sollte sich noch die Karte der
Erdbeben in Deutschland von 1968 bis gestern betrachten, die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe erstellt wurde.
Wie man sieht, sind Erdbeben in Deutschland nicht so selten, wie Politiker und Atomlobbyisten es gerne behaupten. Es ist richtig, dass die Erdbeben bislang zum großen Teil schwach waren und glimpflich ausgingen. Eine Garantie, dass das immer so bleiben wird, kann aber weder ein Politiker noch ein Atomlobbyist geben.
Besonders die Bewohner von Baden-Württemberg sollten sich diese Karten übrigens mal genauer anschauen, denn sie sind die nächsten, die, zumindest in ihrem Bundesland, der Mauschelei zwischen Atomlobby und der aktuellen Politik ein Ende setzen könnten.
Bilder:
Erdbebenzonen: Ugur Toprak, GFZ, Gymnasium Aurich
AKW in Deutschland: Wikipedia
Erdbeben in Deutschland: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
"Wegen des dekadischen Logarithmus bedeutet der Anstieg der Magnitude um einen Punkt auf der Skala einen etwa zehnfach höheren Ausschlag (Amplitude) im Seismogramm und näherungsweise die 32-fache Energiefreisetzung (exponentielles Wachstum) im Erdbebenherd."
Ein Anstieg von 7,9 auf 8,9 ist damit mit einem Anstieg von in Deutschland üblichen Erdbeben bei ~ 4,5 oder 4,6 auf einen hypotethischen Ähnlichen Wert wie in Japan nicht zu vergleiche.
So gefährlich ich Atomkraft auch finde, wir haben hier nun einmal komplett andere geologische Begebenheiten als in Japan. Das heisst nicht, dass Atomkraftwerke hier nicht anderen Gefahren ausgesetzt sind, aber die deutsche AKW Situation mit Japan zu vergleichen ist schlicht unwissenschaftlich.
Was richtig ist, ist beispielsweise deine Feststellung, dass die deutsche AKW-Situation mit der japanischen nicht vergleichbar ist. Das ist aber nicht unbedingt von Vorteil. Denn Japan liegt an tektonischen Primärverschiebungsgrenzen, die wesentlich berechenbarer sind, als die Sekundärverschiebungsgrenze bspw des Rheingrabens, dessen Verschiebungen wiederum von den Primärverschiebungen der großen Kontinentalplatten abhängt und durch sie beeinflusst wird.
Und wie mein Vorposter schön festhält: die geologischen Verhältnisse hier in Deutschland sind mit denen in Japan absolut nicht vergleichbar. Verglichen mit Japan sind wir in Sachen Erdebebensichereit unserer Reaktoren um Längen besser aufgestellt.
Was allerdings nichts daran ändert, dass wir langfristig Alternativen benötigen. Echte Alternativen, keine Traumschlösser. Alternativen die effizient, sauber und bezahlbar sind.
Der Reaktor in Biblis, der übrigens in einer Erdbebenzone steht, hat ja schon ohne Beben genug Störfälle zu verzeichnen. Da reicht die Technik ja noch nichtmal aus, um die normale Sicherheit zu garantieren.
Außerdem würde es mich mal brennend interessieren, woher du die Grundlage für deine Behauptung nimmst. Ich habe heute stundenlang gesucht und keinerlei offizielle Daten gefunden, bis zu welcher Erdbebenstärke unsere Kraftwerke sicher sind. Wer also behauptet, unsere Reaktoren wären erdbenensicherer, der möge das bitte auch belegen.
oh doch, da gibts einiges zu rütteln. zum beispiel am informations und fakten baum. dabei fällt zum beispiel das faktum herab, dass es keine abhängigkeit der stromversorgung durch atomkraft gibt.
eine reine propagandalüge der atomlobby.
zur lektüre:
http://ecosia.org/search.php?q=atomkraft+stromversorgung
und deswegen sind alle karten und geologen, was dieses thema angeht, nicht von interesse!
dieses erdbeben war definitiv ein anschlag auf japan!! und das letzte erdbeben in deutschland, forscht mal was da wirklich geschah!! ihr sollte die zusammen hänge sehen! nicht alles für sich betrachten...und denkt NICHT BEI UNS PASSIERT SCHON NICHTS! und da jetzt alle schon darauf vorbereitet werden, wird es auch jemanden wundern wenn es hier bebt!
nur mal so zum nachdenken