Eine emotionale Diskussion zu führen, das kann ich verstehen, ich reagiere selbst hin und wieder sehr emotional auf einige Themen. Heißmacherei im Propagandastil kann ich allerdings weder gutheißen noch will ich mich daran beteiligen.
Wenn ich Tweets wie
Jäger, Schützenvereine ... liebe Obrigkeit, wir könnten uns wehren, wenns drauf ankommt.
lese und mir dann vorstelle, dass so solche Irren bei einer Demo, zu der die meisten Teilnehmer friedlich kommen, wirklich mal durchdrehen sollten...
Oder wenn ich dann Sprüche lese wie
#Gorleben Sie haben ja Spähpanzer Tornados und Feldjäger versprochen zu den 30.000 Bullen... wie 07 bei G8 ...das war erst der Anfang #S21
Meine Frage nach einer Quelle wurde ignoriert, stattdessen wurde ähnlicher Blödsinn weiter verbreitet. Ich habe bislang nur von 16.500 Polizeibeamten gelesen und nicht von 30.000. Auch die Info über Flugzeuge, Spähpanzer und Feldjäger ist zur jetzigen Zeit eher an den Haaren herbeigezogen, wie man unter anderem auch bei wendland-net nachlesen kann. Die ganzen Sprüche wurden dann ungeprüft Re-Tweetet - einfach unfassbar.
Wer meint, sich jetzt mit Gewaltaufrufen und Hetzereien profilieren zu müssen, der trägt meines Erachtens einen großen Teil der Mitschuld daran, wenn die eingesetzen Polizisten entsprechend überempfindlich in solche Situationen hineingehen.
Was glauben diese Wichtigtuer eigentlich, mit solchen Sprüchen erreichen zu können? In Stuttgart war der Widerstand friedlich, die Polizei hat völlig überzogen reagiert und ist jetzt bundesweit in Kritik und Erklärungsnot. Solche Anheizersprüche sind aber genau das Futter, was diverse Staatsorgane benötigen, um übertriebene Härte hinterher rechtfertigen zu können. Sie können dann im Nachhinein behaupten "Es wurde ja schon im Vorfeld provoziert und zur Gewalt aufgerufen" und hätten damit sogar recht.
Gedient ist damit keinem, besonders den friedlichen Atomkraftgegnern nicht, die wirklich nur aus ehrlicher Besorgnis heraus demonstrieren und nicht, weil sie in irgendeiner Art mit dem Staat abrechnen wollen.
Ich werde über S21, Castor und die Anti-AKW-Bewegung natürlich weiter im Blog berichten, aus diesbezüglichen Twitterdiskussionen halte ich mich jetzt allerdings raus.
Update 28.10.:
Ich wurde per Mail und auch bei Twitter mehrfach darum gebeten, mich dort nicht auszuklinken. Ich werde mich daher in begrenztem Maß zwar weiter beteiligen, werde aber gleichzeitig jeden für mich persönlich blocken, der Gewaltaufrufe und Hetzparolen initiiert oder sie unreflektiert weiterverbreitet.





das ewige gewarne vor einer neuen dimension der gewalt geht mir eh massiv auf die nerven,der militante widerstand ist in den letzten 30 jahren massiv zurückgegangen,keine militante aktion ist vergleichbar mit widerstandsaktionen in den 70 und 80 jahren (startbahn-west,wackersdorf,brockdorf etc.)
und durch die gewaltdebatte hat sich damals niemand spalten lassen,selbst meine mama hat immer gesagt es gibt verschiedene formen des widerstands,jede hat ihre zeit,junge lass dich nicht erwischen!
Richtig. Und genau diesen Politikern leistet man durch solche Äußerungen doch Vorschub. Öl aufs Feuer gießen nennt man sowas.
Gewalt ist prinzipiell keine Lösung, sie hat weder in Brokdorf (wo ich selbst 3x an Demos teilnahm) noch auf der Startbahn West etwas gebracht und auch Wackersdorf wurde nicht gestoppt, weil der Widerstand militant war. Im Gegenteil, die ohnehin überzogenen Polizeiaktionen wurden noch schärfer.
Wir haben durch das Internet die Möglichkeit, Polizeigewalt zu dokumentieren und weiträumig zu verbreiten. Das Bloßstellen der Polizei bei überzogenen Maßnahmen bringt wesentlich mehr, als Gewalt mit Gewalt zu beantworten oder schon im Vorfeld den verantwortlichen Politikern Material zu liefern, dass sie im Nachhinein FÜR ihre überzogenen Anweisungen verwenden können.